Wenn ich von Trauma spreche, meine ich nicht nur die großen, offensichtlichen Ereignisse.
Nicht nur Unfälle, Gewalt oder massive Verluste.
Trauma entsteht überall dort, wo ein Mensch innerlich überfordert ist – und keine Möglichkeit hatte, diese Überforderung zu verarbeiten.
Das können auch Erfahrungen sein, die auf den ersten Blick harmlos wirken:
Bloßstellung in der Schule.
Dauerhaftes Funktionieren.
Anpassung, um dazuzugehören.
Gefühle, für die es keinen Raum gab.
Man muss keine „schwere Kindheit“ gehabt haben, um traumatische Prägungen zu tragen.
Oft sind es gerade die vielen kleinen Momente, in denen wir gelernt haben, still zu halten, uns zusammenzunehmen oder weiterzumachen – obwohl etwas in uns eigentlich etwas anderes gebraucht hätte.
Diese Erfahrungen bleiben selten als klare Erinnerung gespeichert.
Sie zeigen sich eher als Zustand:
als innere Anspannung, als Unruhe oder Erschöpfung, als das Gefühl, nicht ganz da zu sein – oder ständig auf der Hut.
Und genau hier stößt reines Verstehen oft an seine Grenzen.
Warum Reden allein manchmal nicht reicht
Viele Menschen, mit denen ich arbeite, haben ihre Geschichte längst verstanden.
Sie können erklären, warum sie reagieren, wie sie reagieren.
Und trotzdem verändert sich im Alltag wenig.
Das liegt nicht daran, dass sie sich nicht genug anstrengen.
Sondern daran, dass Trauma nicht nur im Denken gespeichert ist – sondern im Körper und im Nervensystem.
Wenn der Körper gelernt hat, in Alarmbereitschaft zu bleiben oder sich innerlich zurückzuziehen, lässt sich das nicht einfach „wegdenken“.
Das Nervensystem braucht eine neue Erfahrung – nicht nur eine neue Erklärung.
Breathwork als Zugang zum Körpergedächtnis
Hier kommt Breathwork ins Spiel.
Trauma-informiertes Breathwork nutzt den Atem als direkten Zugang zum Nervensystem.
Über einen bewusst geführten, verbundenen Atem wird der Körper aktiviert – kontrolliert, begleitet und in einem sicheren Rahmen.
Dabei geht es nicht darum, etwas zu forcieren.
Sondern darum, dem Körper zu erlauben, das zu zeigen, was bislang keinen Raum hatte.
In einer Session können sich ganz unterschiedliche Dinge zeigen:
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emotionale Wellen
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Zittern oder Schütteln
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Bewegungsimpulse
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Bilder oder Erinnerungsfragmente
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das Bedürfnis zu weinen, zu tönen oder einfach still zu sein
All das sind keine „Nebenwirkungen“, sondern Zeichen dafür, dass das Nervensystem beginnt, festgehaltene Spannung wieder zu regulieren.
Was im Körper feststeckt, will nicht verstanden – sondern bewegt werden
Aus neurobiologischer Sicht macht das Sinn.
Bei überwältigenden Erfahrungen wird die natürliche Stressreaktion oft nicht vollständig abgeschlossen. Kampf, Flucht oder Erstarrung bleiben im System „stecken“.
Breathwork kann diesen unterbrochenen Zyklus wieder aufnehmen.
Nicht indem alte Geschichten analysiert werden – sondern indem der Körper die Möglichkeit bekommt, zu Ende zu reagieren.
Erst wenn diese körperliche Ebene wieder in Bewegung kommt, entsteht oft:
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echte Erleichterung
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mehr innere Sicherheit
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ein Gefühl von Präsenz
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und Zugang zu Emotionen, die vorher abgeschnitten waren
Warum mir der trauma-informierte Rahmen so wichtig ist
In meiner Arbeit ist Breathwork immer trauma-informiert angelegt.
Das bedeutet: keine Überforderung, keine maximale Intensität um jeden Preis.
Ich arbeite mit klarer Struktur, Dosierung und viel Aufmerksamkeit für das, was dein System gerade tragen kann.
Pausen, Regulation und Integration sind genauso wichtig wie Aktivierung.
Manchmal ergänze ich den Atemprozess durch Bodywork – also durch gezielte, achtsame Berührung oder körperliche Impulse.
Vor allem dann, wenn der Körper Halt braucht oder der Atem allein zu viel wäre.
Integration: damit Erfahrung auch im Leben ankommt
Eine Breathwork-Session kann viel bewegen.
Aber Veränderung entsteht nicht im Moment der Erfahrung allein.
Deshalb ist mir die Integration so wichtig.
Zeit, um einzuordnen, was sich gezeigt hat.
Zu verstehen, was davon im Alltag relevant ist – und was nicht.
Erst hier wird aus einer intensiven Erfahrung etwas, das trägt.
Etwas, das nicht verpufft, sondern sich langsam im Leben verankert.
INFOTERMIN
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