Loslassen ist ein leises Thema.
Und gleichzeitig eines der schwierigsten.
Es hat nichts von dem Mut, der laut ist.
Nicht den Mut, etwas hinzuschmeißen.
Nicht den Mut, sich abzuwenden.
Sondern einen Mut, der innerlich passiert.
Einen Mut, der vor allem eins braucht: Ehrlichkeit.
Ich habe in meinem eigenen Leben oft gemerkt, wie schwer es ist, etwas zu lösen, das mir wichtig war.
Nicht, weil es falsch war.
Sondern weil ich gespürt habe, dass die Form, in der es existiert, nicht mehr trägt.
Und genau hier beginnt Loslassen.
Es beginnt nicht damit, dass man weniger fühlt.
Es beginnt damit, dass man etwas anerkennt, das man lange übersehen oder weggedrückt hat:
dass eine Entwicklung bereits im Gange ist –
auch wenn man sie noch nicht aussprechen kann.
Loslassen entsteht, wenn die eigene Wahrheit Raum bekommt
Loslassen passiert selten plötzlich.
Es beginnt viel früher.
Oft in Momenten, die äußerlich unscheinbar sind.
Ein Atemzug, der schwerer geht.
Eine Entscheidung, die man immer wieder verschiebt.
Ein Gespräch, nach dem man sich leer fühlt.
Ein Bild von einer Zukunft, bei dem man merkt, dass man es nicht mehr greifen kann.
Manchmal beginnt Loslassen einfach damit, dass man innerlich aufhört, gegen etwas anzukämpfen, das schon längst da ist: die Erkenntnis, dass man sich verändert hat.
Dass man nicht mehr dieselbe Person ist wie vor einem Jahr.
Oder wie vorher – bevor man angefangen hat hinzuschauen.
Bevor man sich getraut hat zu fühlen, was da eigentlich ist.
Es ist kein Aufgeben.
Es ist ein Wahrnehmen.
Loslassen bedeutet, aufzuhören, sich selbst festzuhalten
Was wir festhalten, halten wir selten aus Liebe fest.
Meist halten wir aus Angst fest.
Vor dem Alleinsein.
Vor Veränderung. Vor Chaos.
Vor einem Schritt, von dem wir ahnen, dass er Konsequenzen hat.
Festhalten hat immer etwas mit Kontrolle zu tun.
Mit einem Versuch, das Leben in der Form zu bewahren, in der wir es kennen.
Selbst dann, wenn diese Form längst enger geworden ist als gut für uns.
Ich kenne das gut.
Die Momente, in denen ich gemerkt habe, dass mein Körper lauter war als meine Gedanken.
Dass mein Nacken gesprochen hat, bevor ich es konnte.
Da wusste ich: Etwas in mir hält fest, weil ich mich noch nicht traue, das Offene zuzulassen.
Loslassen passiert, wenn man beginnt, genau das ernst zu nehmen.
Nicht die Angst – sondern die Wahrheit dahinter.
Loslassen heißt, die Form freizugeben – nicht die Bedeutung
Es gibt Menschen im Leben, die tief berühren.
Und manchmal fühlen sich gerade diese Verbindungen so groß an,
dass man Angst hat, sie zu verlieren, wenn man ehrlich wird.
Aber Loslassen bedeutet nicht, dass etwas aufhört, wichtig zu sein.
Es bedeutet, dass man nicht mehr daran festhält, wie es aussehen muss.
Man kann jemanden lieben, die gemeinsame Geschichte wertschätzen
und trotzdem anerkennen, dass die aktuelle Form nicht mehr stimmt.
Man kann Nähe wollen
und trotzdem beginnen, sich selbst nicht mehr zu vergessen.
Man kann Zukunft fühlen
und gleichzeitig akzeptieren, dass sie nicht entsteht, indem man das Alte konserviert.
Loslassen lässt Bedeutung unangetastet.
Es löst nur die Erwartung, wie diese Bedeutung gelebt werden muss.
Und genau darin entsteht Freiheit.
Nicht die Freiheit, ohne Bindung zu sein.
Sondern die Freiheit, in einer ehrlichen Bindung zu stehen.
Klarheit kommt selten beim Festhalten – meistens erst hinterher
Ich habe oft erlebt, dass Klarheit erst kommt,
wenn man innerlich die Hand öffnet.
Solange man an etwas klammert, ist alles eng:
die Gedanken, die Gefühle, die Möglichkeiten.
Aber in dem Moment, in dem man die Spannung löst –
nicht komplett loslässt, sondern einfach aufhört zu ziehen –
zeigen sich plötzlich Dinge,
die vorher unter der Angst verborgen waren.
Eigene Wünsche.
Eigene Grenzen.
Eigene Bedürfnisse.
Und manchmal auch die Erkenntnis,
dass man etwas nicht aufgeben muss,
sondern ihm nur Raum geben.
Loslassen ist kein Ende.
Es ist ein Sortieren.
Ein Bereitwerden.
Ein Sich-zurückholen.
Klarheit ist oft nichts, das man findet.
Sie ist etwas, das sich zeigt,
wenn man nicht mehr versucht, ein altes Bild festzuhalten.
Zum Schluss
Vielleicht stehst du gerade selbst an so einem Punkt.
An dem sich etwas verändert hat,
und du dich fragst, ob du es dir eingestehst.
Vielleicht spürst du eine Wahrheit,
die du noch nicht aussprechen kannst.
Eine Sehnsucht, die dir Angst macht.
Oder einen inneren Satz, der sagt:
„Ich weiß, dass ich so nicht weitermachen kann.“
Wenn das so ist, dann sage ich dir das:
Loslassen heißt nicht, dass du etwas aufgibst.
Loslassen heißt, dass du dich selbst wieder ernst nimmst.
Du musst nichts beenden, um zu beginnen.
Manchmal reicht es, innerlich die Hand zu öffnen
und zuzulassen, was sich ohnehin längst bewegt.
Die Zukunft entsteht nicht, indem du sie kontrollierst.
Sie entsteht, indem du ihr zutraust,
dass sie mehr weiß als deine Angst.
Unverbindlich. Persönlich. Klar.
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